Tipps: Wie ihr euren Sensor reinigen könnt

Heut soll es mal wieder um etwas Informatives/Nützliches zur Fotografie gehen. Ich möchte euch keine Bildchen der letzten Fototrips zeigen, sondern auf das Thema Sensorverschmutzung in euren Kameras eingehen.
Ich selbst habe das Thema lange Zeit auch eher stiefmütterlich behandelt, was mit meiner neuen Kamera jedoch anders werden soll (hoffentlich klappt dieser Vorsatz =))!!

Jeder von euch kennt es wahrscheinlich, irgendwann entdeckt man solche hässlichen kleinen dunklen/schwarzen Punkte auf seinen Bildern. Wo kommen die denn her?! Fussel auf dem Objektiv oder soll das wirklich Sensordreck sein? Kann doch eig. gar nicht, ich behandle meine Kamera doch immer wie ein rohes Ei…
Die Verschmutzung vom Sensor wird es schon nicht sein und da will man sich anfangs auch gar nicht an die Säuberung trauen…also werden lieber mal wieder die Objektive gesäubert. Die hässlichen Punkte im Bild werden dann ganz easy mit dem Stempelwerkzeug entfernt.
Irgendwann werden es dann aber immer mehr und mehr Punkte auf den Bildern und es wird Zeit zu handeln. Es scheint sich wohl doch um Sensordreck zu handeln.
Doch Photoshop erlaubt es ja relativ einfach diese zu entfernen…also wird eine Säuberung immer weiter aufgeschoben.
Fotografiert man allerdings eine große Serie an Bildern, kann es schnell nervig werden auf allen Bildern die Punkte per Hand wegzustempeln.

Oft genug sehe ich auch im Internet noch Bilder von Leuten, wo der Schmutz einen direkt ins Auge springt. Persönlich mag ich sowas leider überhaupt nicht und ich bin da auch echt penibel, was solche Dinge angeht.

Ich möchte euch daher heut kurz erklären, wie ihr die Verunreinigung eures Kamerasensors erkennen könnt. Anschließend zeige ich euch dann ein paar Möglichkeiten zur Reinigung!

Wie mache ich die Flecken sichtbar?

Um die Flecken zu erkennen, brauchen wir einen bestmöglichen Kontrast, also entweder eine weiße Wand oder wie im nachfolgenden Beispiel den vorhandenen Himmel. Um nun aber gute Ergebnisse zu bekommen, müsst ihr die Blende so klein wie möglich wählen. Am Besten einfach euer Objektiv ans Maximum bringen, denn je kleiner die Blende, desto schärfer werden die Partikel auf dem Sensor abgebildet.

Sensordreck

Durch diesen Effekt, weiß man auch, wieso man nicht immer den Schmutz bemerkt. Vielleicht fotografiert man oft mit eher offenen Blende und dann auch dunkle Motive, so verschwinden viele dieser Flecken. Eigentlich gut oder? 🙂

Um die Flecken noch deutlicher zu machen, könnt ihr den Kontrast in dem Bild auch extrem anpassen (wie im Beispielbild verdeutlicht). Ich habe dies einfach über das Verschieben der Tonwerte gemacht. Dies ist auch der Grund, warum so viele Flecken im Bild erkennbar sind.

Ein weiterer negativer Effekt, auf welchen ich euch aufmerksam machen möchte, ist die Auflösung eurer Kamera. Ich hatte mich nämlich gewundert, wieso die Nikon D7100 viel schneller und gefühlt stärker verschmutzt als meine alte D5000. Hier kommt die Sensorauflösung ins Spiel. Der Megapixelwahn kann auch Nachteile haben. Aufgrund der hohen Auflösung wird der Schmutz eher sichtbar bzw. überhaupt scharf abgebildet. Kauft ihr euch also vielleicht eine neue hochauflösende Kamera, dann wundert euch nicht. Generell muss man damit jedoch planen und den Sensor vielleicht öfter mal reinigen.

Woher weiß ich denn, dass es sich um Sensordreck handelt?

Gute Frage. Ist es wirklich Sensordreck, dann bleibt der Fleck immer auf der gleichen Stelle, egal mit welchem Objektiv oder bei welcher Brennweite ich fotografiere.

Wie kommt eig. der Schmutz auf den Sensor?

Auch wenn man sich beim Objektivwechsel noch so viel Mühe gibt…leider ist die Kamera kein geschlossenes System. Ich versuche schon so schnell wie möglich meine Objektive zu wechseln. Meist halte ich den Body dabei auch nach unten. Doch leider lässt es sich nicht vermeiden, dass Staub in die Kamera eindringt. Achtet auch darauf, dass eure Objektive sauber sind…ansonsten kann es sogar passieren, dass Staubpartikel beim Zoomen vom Objektiv in euren Body „geblasen“ werden.

Ein weiterer Staubproduzent ist die Kamera selbst, denn durch die beweglichen Teile der Kamera entsteht Abrieb, welcher sich letztendlich genauso auf dem Sensor sammeln kann.

Welche Möglichkeiten zur Sensorreinigung gibt es denn?

Sensorreinigung der Kamera

Die meisten neuen DSLR Kameras bieten die Möglichkeit  den Sensor beim Ein- & Ausschalten der Kamera zu „reinigen“. Dabei wird der Sensor natürlich nicht richtig gereinigt. Damit ist ein hochfrequentes Wackeln des Sensors gemeint. Damit sollen lose Schmutzpartikel vom Sensor gelöst werden. Meist kann man diese Funktion auch manuell im Menü ansteuern.
Hat man den Dreck allerdings einmal auf den Bildern erkannt, darf man von dieser Möglichkeit keine Wunder erhoffen.

Auf dem nachfolgenden Bild habe ich mal nützliches Equipment abgebildet, was uns auch zu den weiteren Reinigungsmöglichkeiten bringt. Zum einen seht ihr ein Blasebalg und zum Anderen so genannte Swabs, welche man für eine Nassreinigung verwendet.

Blasebalg und Vstab

Blasebalg

Oftmals eine schon effektive Methode ist das Wegpusten der Staubpartikel mit einem Blasebalg. Ich persönlich befestige die Kamera wie auf dem folgende Bild dargestellt auf meinem Stativ, damit die Partikel im bestmöglichen Fall aus der Kamera fallen können und nicht neuer Dreck von oben herein dringt.

Wenn ihr euer Objektiv abschraubt, seht ihr aber zuerst den Spiegel, da dieser nicht hochgeklappt ist. Dafür müsst ihr in den Wartungsmodus. In irgendwelchen tiefen Untermenüs eurer Kamera (je nach Hersteller) findet ihr eine Einstellung, womit ihr den Spiegel für eine Sensorreinigung manuell hochklappen könnt. Meist bleibt der Spiegel solang in dieser Position, bis die Kamera ausgeschaltet wird.

Anschließend könnt ihr pusten was das Zeug hält. Doch passt ein wenig mit dem Blasebalg auf und haltet etwas Abstand vom Sensor 🙂
Am Besten pustet ihr gezielt auf die Bereiche, wo ihr den Schmutz im Bild ausmachen konntet. Doch Achtung: Das Beispielbild zeigt nicht 1:1 die Position auf dem Sensor…hier müsst ihr das Bild spiegeln.

Nach der Benutzung packt ihr das Teilchen am Besten in eine Tüte, da euch sonst auch das Blasebalg verstopft und der Dreck bei der nächsten Anwendung direkt in die Kamera gepustet wird.

Aufbau zur Reinigung

Nassreinigung mit Swabs

Wie oben schon beschrieben, könnt ihr auch selbst euren Sensor feucht reinigen. Dafür gibt es sogenannte Swabs. Man muss auch keine Angst haben, seine Kamera zu beschädigen! Von Krolop und Gerst gibt es eine wirklich sehr gute Erklärung in einem 3-teiligen Video. Warum also alles noch einmal erklären?! Ich fand die Videos wirklich top und sehr hilfreich…daher habe ich mich entschlossen, einfach mal auf diese gute Arbeit zu verlinken und somit unters Volk zu bringen! Vielleicht kennt es ja auch schon der ein oder andere von euch?!

Ich hatte mich mit meiner D7100 auch entschlossen eine Nassreinigung selbst durchzuführen, allerdings mit eher mäßigem Erfolg. Leider kannte ich damals diese Videos noch nicht. Doch irgendwie hatte ich Probleme mit Ölflecken auf dem Chip. Oftmals gibt es durch die Produktion noch ein paar Rückstände darauf…vielleicht hat mir das die Kopfschmerzen bereitet?!

Egal…ich habe mich dann für die letzte eher unglückliche Variante entschlossen…

Reinigung der Kamera beim Service

Falls euch das Gefummel alles zu anstrengend ist und ihr dafür keinen Nerv habt oder doch viel zu viel Angst etwas kaputt zu machen, könnt ihr natürlich die Kamera auch zum Service schicken.

Meist werden sich die Kosten wohl so auf 30-40€ belaufen. Das große Problem ist aber natürlich, dass die Kamera einige Tage bis mehrere Wochen (leider bei mir vorgekommen) weg ist und ihr eventuell nicht fotografieren könnt.

Wie ihr seht ist es ein wirklich umfangreiches Thema, mit welchem man sich gut und gerne ein paar Stunden auseinander setzen kann.

Falls ihr nun noch nach Equipment sucht, habe ich nachfolgend noch einige Amazon Affiliate Links für euch. Klickt ihr drauf, so werden auf meinem Konto automatisch tausende € gut geschrieben! =)

So und zu guter Letzt interessiert mich eure Erfahrung. Hattet ihr schon Probleme mit einem verschmutzten Sensor? Welche Möglichkeiten zur Reinigung bevorzugt ihr?

Auf in die Diskussion!

2 Gedanken zu „Tipps: Wie ihr euren Sensor reinigen könnt“

  1. Kann man die Swaps eigentlich wiederverwenden (Auswaschen oder so)?

    Ich benutze eine ganz kostengünstige Variante:
    -hochprozentiger Alkohol aus der Apotheke + Wattestäbchen + Zigarettenpaper (Klebefläche vorher entfernen)

    In Magdeburg kann man die Kamera übrigens auch zu Foto Simon (Kamerareparatur) bringen und hat sie dann ziemlich schnell gereinigt wieder. Vielleicht gibt es bei euch in WOB auch so etwas?

    1. Ui Jean stöbert bei mir auf der Seite rum…schön dich hier zu „sehen“ 🙂
      Na alles klar?

      Also überteuert finde ich das Zeug definitiv auch. Wie oft machst du das? Okay ich habe bei weitem nicht sone hohe Benutzung…aber bei mir ist das wohl maximal 1x pro Jahr :X … da geht das noch.

      Auswaschen habe ich noch nie probiert. Wird halt schwierig staubfrei zu bekommen denke ich, da man die ja auch wieder trocken bekommen muss. Vorteil ist natürlich, dass die Teile genau die Sensorgröße besitzen.

      Bei meiner D750 ist mir bisher auch noch nix im täglichen Betrieb aufgefallen. Werde es definitiv erst nochmal selbst probieren und ansonsten hier mal in Wob schauen ob es jemand macht.

      Wozu nimmst du das Paper?

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