Grafik-Tablet Test: Wacom Intuos Pen&Touch S

Na hui…was lag denn da völlig überraschend unter meinem Weihnachtsbaum?!
Ein Grafiktablet…wow und das obwohl es gar nicht auf meinem Wunschzettel stand. Echt der Hammer, zumal ich selbst noch gar nicht wirklich über solch eine Alternative nachgedacht hatte, muss ich gestehen. Bisher bin ich absolut super mit Maus + Tastatur in Photoshop bei meinen Aktionen zurecht gekommen.
Natürlich war ich super gespannt das Teil auszuprobieren und ausgiebig zu testen.
Aber welches ist es denn jetzt geworden?
Wie ihr es vielleicht schon aus dem Thread-Titel entnommen habt, bin ich in den Genuss eines Wacom Intuos Pen & Touch S gekommen.

Dieses ist eigentlich das Einsteiger Tablet, wobei es sogar noch eine Ausführung ohne Touch Option gibt. Von der Größe ist es allerdings das Kleinste. Ist es zu klein? Was ich darüber denke, werdet ihr gleich noch in meiner ausführlichen Bewertung lesen…also nur Geduld!
Wie im Titelbild zu sehen, kommt das Wacom in einer echt schicken Verpackung zu euch und erinnert beim Auspacken ein wenig an Apple Produkte. So ist es z.B. noch einmal in einer Stofftasche eingepackt und man bekommt einen echt hochwertigen Eindruck. Zählt nicht auch vor allem der 1. Eindruck?!
Doch was kann das Tablet eigentlich…hast du vielleicht auch ein paar Daten & Fakten?
Aber klar doch, sehr gern:

  • Ihr erhaltet einen batterielosen Stift mit 2 Tasten, Radierfunktion und 1024 Druckstufen
  • Das Tablet unterstützt Multitouch
  • Vier für euch frei programmierbare Expresskeys
  • Stifthalter und Ring in unterschiedlichen Farben zur Personalisierung
  • Größe: 17,8 x 21 x 1 cm

Nun wollt ihr aber bestimmt wissen wie ich damit zurecht komme und ob sich die Anschaffung lohnt! Ganz ehrlich…am Anfang war es wirklich eine komplette Umstellung und meine Gewöhnung ist immer noch nicht abgeschlossen. Das hört sich sicherlich am Anfang total abschreckend an…ist aber eigentlich auch verständlich. Seit ich als kleiner Junge den Umgang mit PCs gelernt habe, arbeite ich mit einer Maus. Zu Beginn hatte diese nur zwei Tasten für Links und Rechtsklick, mit der Zeit wurden es vielleicht ein paar Tasten mehr.
Okay, natürlich ist man den Umgang mit Stift und Papier gewohnt…Zeichnen war aber noch nie wirklich meine Stärke. Das Gefühl kommt natürlich schon sehr gut ran, da man aber nicht direkt auf dem Papier arbeitet, sondern dies eigentlich im Blindflug erledigt und die Ergebnisse am Bildschirm sieht, ist es doch wieder etwas anderes.
Wer natürlich dieses Gefühl vom Zeichnen auch für seine Bildbearbeitung haben möchte, dürfte sogar bei Wacom fündig werden. Für den Einstieg aber vielleicht ein bisschen too much =)

Der Stift besitzt wie ich schon oben aufgeführt habe über 1000 Druckstufen, wodurch man natürlich eine super hohe Empfindlichkeit hat, bei dem was man gerade tut.
Zum Glück unterstützt Photoshop natürlich als Wundersoftware der Grafikbearbeitung solche Art von Grafik-Tablets. Um die Empfindlichkeit auch zu nutzen, kann man z.B. die Deckkraft darüber steuern. Arbeite ich mit der Maus, so muss ich mich vorher festlegen, einstellen und kann dies während eines Pinselstrichs nicht noch mal variieren. Genauso ist es mit der Pinselgröße…auch diese kann ich mit dem Druck regulieren. Wer damit gut zurecht kommt, hat sogar die Möglichkeit beides zu aktivieren und sowohl Deckkraft, als auch Größe durch unterschiedlich hartes Aufdrücken des Stiftes zu variieren. Für ein besseres Verständnis und einem Vergleich zur Arbeit mit einer Maus, habe ich einmal folgendes Bild erstellt. Ja ich weiß, dass meine Striche durchaus noch krumm und buckelig sind…ich habe aber auch gesagt, dass ich mich noch in der Übungsphase befinde!

Eigentlich sind alle Pinselstriche bis auf den ganz rechten mit dem Wacom Tablet entstanden, wobei ich hier mit den Einstellungen experimentiert habe und die Deckkraft als auch die Größe reguliert habe oder mal nur eines von beiden. Genauso habe ich mal die Härte des Pinsels fest eingestellt und gezeigt wie dies ausschaut. Ich denke im Vergleich sieht man sehr gut, was der große Vorteil eines solchen Tablets ist…es gibt eben nicht nur digital 0 oder 1 wie mit einer Maus! Außerdem kann man wirklich deutlich genauer arbeiten, gerade bei sehr grazilen Motiven.

Doch wozu braucht man solch ein Tablet überhaupt bei der Bildbearbeitung? Den großen Vorteil spielt das Grafik-Tablet natürlich beim Zeichnen aus, was man z.B. bei Maskierungen vornimmt. So kann man eben in den Masken schnell, einfach und exakt drin herum malen. Auch bei Retusche-Arbeiten etc. spielt es seine Stärken voll aus! Einfache Änderungen an Schiebereglern kann ich natürlich genauso gut mit meiner Maus machen!
Viele Leute verwenden ja solch ein Tablet ja z.B. komplett als Mausersatz auch zur normalen Arbeit. Soweit ist es bei mir allerdings noch nicht gekommen, zumal ich die Bedienung von 2 Bildschirmen auf dem kleinen Tablet dann doch recht winzig finde. Daher habe ich es aktuell nur für den mit Photoshop aktiven Bildschirm aktiviert und die vollständige Größe darauf gespiegelt. Ansonsten finde ich die Größe S nämlich super perfekt zur Bildbearbeitung…ich arbeite eigentlich ähnlich wie mit einer Maus und kann meinen Arm aufgestützt lassen. Würde man jetzt mit einem größeren Tablet arbeiten, so ist es viel „anstrengender“ von links nach rechts und oben nach unten zu kommen. Zur reinen Arbeit auf einem Bildschirm ist es mir daher auf alle Fälle groß genug!

Bei der Arbeit mit Maus und Tastatur verwende ich sehr häufig Shortcuts, was mit dem Tablet auch ein wenig umständlicher geworden ist. Entweder Stift weglegen oder umgreifen etc. Die wichtigsten habe ich mir auf die 4 Expresskeys gelegt, wobei man sogar noch weitere Funktionen wie Vor, Rückgängig, Speichern über ein Radialmenü steuern kann. Eigentlich würde dies kein Problem darstellen, da man auch mit Tastatur + Tablet arbeiten könnte. Allerdings ist das mitgelieferte USB Kabel sooo kurz, dass ich das Tablet aktuell nur recht unhandlich platzieren kann. Der Anschluss ist auch extra vertieft angeordnet, so dass ich kein Ersatzkabel habe! Aber hey…da hat Wacom doch mitgedacht und man kann das optional erhältliche Wireless Kit kaufen. Nein im ernst…dies ist wirklich aktuell mein einziger großer dicker Minuspunkt. Mir kommt es echt so vor, dass man das Kabel extra so kurz gemacht hat, damit man gezwungen ist diese zusätzliche Kit zu kaufen…zumindest bei der Arbeit mit einem Desktop-Rechner. Für ein Notebook sollte es aber auf alle Fälle lang genug sein!

Mensch…jetzt habe ich ja noch gar nix zur Touch Funktion gesagt. Aktuell ist diese bei mir ausgeschaltet, da es mir die Arbeit mit dem Stift erleichtert…so kann ich meine Hand ganz unkompliziert auf dem Tablet abstützen und bediene das Tablet nicht gleichzeitig über Touch. Da es aber direkt einen hardwaremäßigen Schalter gibt, kann man es ganz schnell & einfach, jederzeit umschalten. Hat man es aktiviert, funktioniert es wirklich super klasse. Da habe ich bisher nix negatives festgestellt und kann mir vorstellen es in Zukunft öfters zu benutzen. Dafür muss allerdings erstmal der Wlan Adapter her! 🙂

Alles in allem finde ich das Teil super Klasse und kann es nur voll empfehlen…vor allem finde ich den Preis auch mehr als fair! Sicherlich es kostet ein wenig Übung, doch das ist es auf alle Fälle wert! Hat man es einmal drin, so hat man hinsichtlich Fotobearbeitung noch mehr Möglichkeiten und kann seine Qualität weiter nach hoben bringen. Ich hätte ja auch noch mehr Sterne ausgesprochen, doch rein aus Prinzip muss ich für das kurze Kabel Punkte abziehen, weil es mich schon oft bisher geärgert hat und ich das Tablet nicht nutzen konnte wie ich vielleicht wollte! Mir reicht das S vollkommen hin, zumal die nächst größere Variante direkt einen heftigen Aufpreis besitzt. Aus diesem Grund empfehle ich euch die kleine Version, dann aber direkt mit dem Wlan Kit!

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