Küstentraum Algarve – Part II

Der erste Morgen in Portugal und der Blick aus dem Balkon verhieß leider nichts Gutes. Der Himmel war grau und es fing an zu regnen. Nun gut…also keine Hektik, doch was machen wir an dem Tag?! Ganz ehrlich…ich hatte keine wirklichen Aktivitäten für Regen in petto. Uns beiden war jedoch klar, dass wir uns nicht unbedingt die Ortschaften Portugals anschauen wollten. Einen Städtetrip hatten wir dieses Jahr schon mit Chicago. Von daher sind wir erst einmal durch Carvoeiro, zur Algar Seco spaziert. So nennt sich eine kleine Felsformation, welche ganz nett ist…im Vergleich zum restlichen Küstenabschnitt jedoch kein Must-See.
Am offenen Meer pfiff uns der Wind um die Ohren und transportiere ein wenig Sprühregen. Durch die Wärme war dies zum Glück nicht unangenehm, ich habe jedoch darauf verzichtet ein Bild mitzunehmen.

Anschließend schnappten wir unser Auto und düsten ein wenig in der Gegend umher. Warum nicht schon die ersten Locations abchecken und sich für die kommenden Male auskennen!? Außerdem wollte man ja am ersten Tag auch die wunderschöne Küste sehen…


EXIF

Objektiv:   10.0-20.0 mm f/4.0-5.6     Brennweite:   11 mm
Blende:   f/11.0     Belichtungszeit:   20 s
ISO:   100     Belichtungsmodus:   Manual exposure

Passend zum Wetter habe ich mich für Schwarz-Weiß Aufnahmen entschieden und zwar für alle am Tag entstandenen Bilder. Dies war mir schon während der Aufnahme klar…mit Farbe wäre praktisch keine Wirkung rüber gekommen. Dafür war das Wetter einfach zu schlecht & trist. Meiner Meinung nach kann man dies mit SW-Aufnahmen jedoch hervorragend und gezielt umkehren, denn man erreicht eine viel kräftigere Aussage. Gepaart habe ich das Ganze natürlich mit Langzeitbelichtungen, es passt einfach für diese Art der Fotografie. Die Wolken und das Wasser verlieren an Struktur und lenken so nicht vom eigentlichen Motiv ab. Nur so funktionieren einige der Bilder, wie z.B. das Folgende! Hätte man hier die Strukturen des Wasser, durch eine kurze Belichtungszeit belassen, würde dies zu sehr vom eigentlichen Objekt ablenken. Ich wollte auch einige neue Dinge austesten…wie z.B. das Reduzieren der Objekte in einem Bild.


EXIF

Objektiv:   17.0-50.0 mm f/2.8     Brennweite:   31 mm
Blende:   f/11.0     Belichtungszeit:   20 s
ISO:   100     Belichtungsmodus:   Manual exposure

Weiter ging es zu einem ganz besonderen Highlight meiner Reise…zum Praia da Marinha. Dieser Küstenabschnitt ist einfach unglaublich und umwerfend. Schon weit vor unserer Reise habe ich mich darauf gefreut, an solch einen besonderen Ort zu gelangen! Der Strand ist geprägt von aus dem Meer herausragenden Felsen und natürlich den 2 berühmten Felstoren. Einfach unglaublich, was das Wasser hier über die Jahre geformt hat.

Schon für ein späteres Foto wollte ich das Hauptmotiv austesten, in wie weit dies funktioniert. Als Umsetzung habe ich mir hier bewusst für eine helle, nahezu High-Key, Variante entschieden. Ich wollte einfach mal etwas neues ausprobieren und finde, dass dies sehr gut mit dem Motiv funktioniert. Wenn ich bedenke, bei welchem Wetter dieses Bild entstanden ist, bin ich wirklich beeindruckend, welche Wirkung man mit einem „einfachen“ SW-Bild erreichen kann.


EXIF

Objektiv:   10.0-20.0 mm f/4.0-5.6     Brennweite:   10 mm
Blende:   f/11.0     Belichtungszeit:   25 s
ISO:   100     Belichtungsmodus:   Manual exposure

Im folgenden Bild ist der komplette Strandabschnitt Marinha in die andere Richtung zu sehen:


EXIF

Objektiv:   10.0-20.0 mm f/4.0-5.6     Brennweite:   14 mm
Blende:   f/11.0     Belichtungszeit:   25 s
ISO:   100     Belichtungsmodus:   Manual exposure


EXIF

Objektiv:   10.0-20.0 mm f/4.0-5.6     Brennweite:   11 mm
Blende:   f/11.0     Belichtungszeit:   25 s
ISO:   100     Belichtungsmodus:   Manual exposure

Was etwas Besonderes an der Algarve ist, dass man sich zunächst immer oberhalb der Strände befindet. Um also an den Strand zu kommen, heißt es zunächst einmal Treppen steigen. Wobei ja hinunter noch einfach ist, doch an einigen Stellen kann es auf dem Rückweg echt anstrengend werden.

Auch die nächste lustige Felsformation habe ich am Strand von Marinha entdeckt. Mich würde interessieren, was ihr denn in dem Felsen erkennt?!


EXIF

Objektiv:   10.0-20.0 mm f/4.0-5.6     Brennweite:   18 mm
Blende:   f/11.0     Belichtungszeit:   25 s
ISO:   100     Belichtungsmodus:   Manual exposure

Gar nicht weit von Marinha, befindet sich der Strand Albandeira…natürlich mussten wir diesen auch noch mitnehmen. Für mich ist dies wirklich eine wundervolle Location. Etwas im Nirgendwo gelegen, außerhalb der Ortschaften und bei uns waren immer wenig Touristen vor Ort. Dieses einzelne Felstor in Mitten der Bucht verbreitet einen ganz besonderen Charm. Doch diese Location besitzt noch weitere Besonderheiten, welche ich in den nächsten Teilen noch zeigen möchte. Im Folgenden einfach 2 Bilder des Felsentores…


EXIF

Objektiv:   10.0-20.0 mm f/4.0-5.6     Brennweite:   11 mm
Blende:   f/11.0     Belichtungszeit:   25 s
ISO:   100     Belichtungsmodus:   Manual exposure


EXIF

Objektiv:   10.0-20.0 mm f/4.0-5.6     Brennweite:   10 mm
Blende:   f/11.0     Belichtungszeit:   25 s
ISO:   100     Belichtungsmodus:   Manual exposure

Nun gut, das Wetter war wirklich nicht so verlockend und wir hatten uns auf Sonne und Relaxen am Strand eingestellt. Doch zum Glück hatte unser Hotel einen Indoor Pool mit Whirlpool etc.
Genau das perfekte Ziel für solch ein Wetter! 🙂

Bevor wir essen gegangen sind, wollte ich mir die Bucht Carvoeiros noch einmal von der anderen Seite anschauen. Nachdem wir ja an Tag 1 schon auf dem Aussichtspunkt waren. Die Sonne war so langsam untergegangen und es begann zu dämmern.


EXIF

Objektiv:   10.0-20.0 mm f/4.0-5.6     Brennweite:   14 mm
Blende:   f/9.0     Belichtungszeit:   13 s
ISO:   100     Belichtungsmodus:   Manual exposure

Von der Küste aus, bemerkte ich die frei gelegten Steine…es war Ebbe. Schnell entstand eine Bildidee…ich musste hinunter an den Strand zu den Steinen und zwar bevor es zu dunkel ist.
Doch mit solch schwierigen Bedingungen habe ich wirklich nicht gerechnet. Es war eine echt harte Herausforderung. Die Blaue Stunde begann, der Vordergrund war schon extrem dunkel…kein Licht drang bis dahinter. Im Gegensatz dazu hatte ich mit dem hellen Hintergrund zu kämpfen. Am Strand stand eine extrem helle Lampe, welche ich durch eine speziell gewählte Kameraperspektive versuchte zu verstecken. Nichtsdestotrotz war der Dynamikumfang einfach zu groß. Außerdem ist dieses Mischlicht so gut wie unmöglich im Weißabgleich homogen abzustimmen. Mit den Farben des Bildes bin ich leider alles andere als zufrieden. Und das bei der blauen Stunde, was doch eigentlich mein Spezialgebiet ist. Aber ich liebe ja auch Herausforderungen. 🙂

Normalerweise setze ich die ISO immer so niedrig wie möglich, also bei mir auf ISO 100. Die Blende bewegt sich dabei im Bereich zwischen 8 – 13. Mit diesen Einstellungen wäre ich hier bei mindestens 30s Belichtungszeit heraus gekommen. Durch den recht starken Wellengang wäre hier im kompletten Vordergrund nur noch „weißer Nebel“ zu sehen gewesen. Da dies nicht mein Ziel war, musste ich notgedrungen die ISO recht weit anheben und mit der Blende herunter gehen. Wirkt sich natürlich auf die Qualität aus, aber was solls. Ich denke ich habe trotzdem etwas dazu gelernt, auch wenn das Bild nicht der Hammer ist. Trotzdem finde ich es genau aus dem Hintergrund interessant euch zu zeigen und zu erläutern!


EXIF

Objektiv:   10.0-20.0 mm f/4.0-5.6     Brennweite:   10 mm
Blende:   f/5.6     Belichtungszeit:   4 s
ISO:   1000     Belichtungsmodus:   Manual exposure

Bei einem leckeren Abendessen ließen wir den Abend in Ruhe ausklingen und drückten die Daumen für besseres Wetter!

Mich würde vor allem interessieren, was ihr im Allgemeinen von Schwarz Weiß Aufnahmen haltet? Gibt es doch immer kontroverse Meinungen! Vielleicht möchtet ihr ja etwas dazu sagen, sehr gern auch zu meinen Bildern!
Seid ihr denn schon auf die weiteren Bilder gespannt?

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